Google und das volle Internet oder: Warum man die Piraten wählt

Wenn normale Menschen sich an etwas probieren, von dem sie keine Ahnung haben, dann fällt einem als erstes immer ein bekannter Spruch eines bekannten Comedians ein:

Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.

Es gibt nur leider einen gesellschaftlichen Bereich, in dem dieses Motto komplett ignoriert wird: Die Politik. Folgendes Video zeigt dies mal wieder eindrücklich:

Das wirklich Erschreckende daran ist: Eben jene Menschen, die schlichtweg keine Ahnung haben, sind für oder gegen Netzsperren, eben jene Menschen maßen sich an über Dinge zu entscheiden, über die sie nicht einmal grundlegende Kenntnisse haben!

Warum also sollte ich bei einem Thema, was mir persönlich sehr wichtig ist, diese Partei wählen? Ist da irgendwer, der Ahnung hat? Man glaubt es nicht wirklich.

Genau so, wie vor Jahrzehnten die Grünen mit ihrer Umweltpolitik in eine Nische geschlagen haben, tun es heute die Piraten: sie besetzen die Nische „Internet“. Dort, bei der Piratenpartei, sind Leute, die vom Thema Internet (und vermutlich auch Fax) Ahnung haben. Sie sind sehr viel kompetenter, wenn es um Entscheidungen rund um das weltweite (und NICHT nationale) Netz geht. Kein Wunder also, dass sie immer wieder Achtungserfolge erzielen – zurecht!

Google und die Unsicherheit

Auch wenn der Titel es suggerieren mag – die beiden Themen haben nix miteinander zu tun. 🙂 Der Reihe nach:

Nachdem ich mich vor kurzem bei Facebook bereits über Googles Fernsehwerbung gewundert hatte, sind mir jetzt sogar noch Plakatwerbungen (!) aufgefallen. Ausgerechnet Google, einer der Haupprofiteure von Internet-Werbung preist seinen Browser auf Plakaten an? Was habe ich verpasst? Und wer kann mir den tieferen Sinn dahinter erläutern? Was ist die Marketing-Strategie? Der Browser ist eh kostenlos, läuft auf allen Betriebssystemen und irgendwie erschließt sich mir nicht ganz, was damit bezweckt wird. Kann mich da jemand aufklären?

Anderes Thema: Alle Welt (eigentlich hauptsächlich Deutschland) hat Angst vor Dioxin. Weil Grenzwerte überschritten werden/worden. Grenzwerte, die so niedrig sind, dass sie gerade oberhalb des natürlichen Grundrauschens liegen. In Fisch ist die mehr als 34-fache Menge an Dioxin erlaubt, in einigen EU-Ländern ist der Grenzwert sogar noch höher. Die ganze Aufregung ist also eher marginal.
Zusätzlich geht wieder das ganze Theater um die Sicherheit der Bürger los. Frau Aigner wird schlechtes Krisenmanagement vorgeworfen – was vielleicht sogar stimmt – und viele fordern den Rücktritt. Und die Maßnahmen, die zur Verbesserung des Verbraucherschutzes getroffen werden sollen, packen mal wieder an der falschen Stelle an: Ganz explizit sollen Futtermittelhersteller kontrolliert werden und Auflagen bekommen. Auch wenn das vielleicht eine gute Idee ist, warum muss es immer erst zu einem Skandal kommen, an dessen Ende dann doch nur eine rein reaktive Maßnahme steht? Wo sind die präventiven Ideen? Oder, um es mit Bruce Schneiers Worten zu sagen: „We ban guns and knives, and the terrorists use box cutters. We ban box cutters and corkscrews, and they hide explosives in their shoes. We screen shoes, and the terrorists use liquids. We ban liquids, and the terrorist will use something else.“

legal, illegal, total egal

Als ich heute morgen im Radio einen Bericht über die Blockaden anlässlich der Castor-Transporte gehört habe, bin ich ein wenig ins Grübeln geraten:
Laut Polizei waren auch Zufahrtsstraßen zu den blockierten Schienen blockiert. Deswegen konnten keine neuen Einsatzkräfte dorthin gebracht werden, was wiederum zu müden, eventuell auch übermüdeten Polizisten führt. Soweit erstmal nix schlimmes. Wenn sich dann Protestler darüber beschweren, dass sie von der Polizei „etwas hart angefasst“ werden, dann ist dies mit Sicherheit auch auf diese Übermüdung zurückzuführen.
Aber:
Da blockieren Leute Schienenwege, was an allererster Stelle mal ein Eingriff in den Schienenverkehr ist. Das wiederum ist illegal. Die Polizei agiert schon tolerant, wenn sie die Leute „nett“ abtransportiert. Sich dann auch noch zu beschweren, dass man „hart angefasst“ wird finde ich schon fast sarkastisch.
Es ist richtig, dass die Polizei keine übermäßige Gewalt anwenden soll und ja, es gibt mit Sicherheit Aktionen in letzter Zeit, die etwas unglücklich gelaufen sind. Aber sollen die Einsatzhandschuhe jetzt gegen Samthandschuhe getauscht werden? Glaubt wirklich jemand, dass nur Einreden die Demonstranten zum Weggehen bewegt?
Neben dieser Aussage also, die mich schon leicht aufgeregt hat, kamen mir dann noch die beiden Bilder aus der Rheinischen Post von heute morgen in den Sinn: Eins, in dem ein Demonstrant einen Brandsatz unter ein Polizeifahrzeug legt und eins, bei dem Aktivisten den Kies unter dem Gleisbett weggeräumt haben. Während ersteres offensichtlich illegal ist, hat Udo Vetter zum anderen Sachverhalt bereits einen Artikel geschrieben, den ich hier einfach mal verlinke.